Mobile Times LTE wird Realität
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Schwerpunkt LTE: Das aktuelle Schlagwort lautet LTE; LTE wird Realität; Auf dem Weg zu 4G; Die LTE-Welle rollt; LSTI vor Abschluss der Tests

Abkürzungen
0GMobilfunk ohne Zellen
1G1. Mobilfunkgeneration mit Zellen (analog, z. B. AMPS, NMT)
2G2. Mobilfunkgeneration mit Zellen (digital, z. B. GSM)
3G3. Mobilfunkgeneration mit Zellen (z. B. EDGE)
3GPP3rd Generation Partnership Project
4G4. Mobilfunkgeneration mit Zellen (z. B. LTE)
AMPSAdvanced Mobile Phone System
EDGEEnhanced Data rate für GSM Evolution (= EGPRS)
EGPRSEnhanced GPRS (= EDGE)
FDDFrequency Division Duplex
GPRSGeneral Packet Radio Service
GSMGlobal System für Mobile communicatication
HSDPAHigh Speed Download Packet Access
HSOPAHigh Speed OFDM Packet Access
HSPAHigh Speed Packet Access (HSDPA & HSUPA)
HSUPAHigh Speed Upload Packet Access
LSTILTE/SAE Trial Initiative
LTELong Term Evolution
MIMOMultiple Input Multiple Output
NMTNordic Mobile Telephone
NSNNokia Siemens Networks
OFDMOrthogonal Frequency-Division Multiplex
PoCProof of Concept
SAESystem Architecture Evolution
TD-LTELTE mit TDD
TDDTime Division Duplex
UMTSUniversal Mobile Telefone System
VoIPVoice-over-Internet Protocol
    Mit «Long Term Evolution» bzw. LTE ist die nächste Stufe der Beschleunigung in den einstigen GSM-Mobilfunknetzen gemeint. Seit Jahren wird bezüglich dieser «vierten Generation» diskutiert und geforscht, doch jetzt scheint die Realisierung zu beginnen. Schon im Mai 2009 stellten Ericsson und TeliaSonera in der schwedischen Hauptstadt Stockholm den weltweit ersten kommerziellen 4G/LTE-Standort vor. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass das LTE-Netz ab 2010 kommerziell in Betrieb genommen werden soll. Wie schnell LTE in der Praxis sein wird, ist wohl noch nicht ganz geklärt. Im Labor erreichte aber Ericsson schon im letzten Winter 160 Mbit/s. Nokia berichtet, dass theoretisch 173 Mbit/s im Downlink und 58 Mbit/s im Uplink möglich sind und praktisch 140 Mbit/s im Downlink möglich wären.
    Im Juli gab es dann mit der Meldung, dass Ericsson begonnen habe, Lizenzierungsvereinbarungen über «essentielle LTE-Patente» zu unterzeichnen, ein weiteres Indiz für einen baldigen Start auf breiter Front. Ebenfalls im Juli zeigte dann Nokia Siemens Networks die eigene LTE-Lösung, die durchgängige Verbindungen «End-to-End» verspricht. Man konnte den Interessierten bereits verzögerungsempfindliche Multimedia-Applikationen wie etwa Downloads von «High Definition Video», Videokonferenzen, Online Spiele oder auch VoIP (Voice-over-IP) im Dialog mit bestehenden 2G/3G Netzwerken zeigen.
    Ende September kam dann die LSTI (LTE/SAE Trial Initiative; SAE steht für System Architecture Evolution) - ein Zusammenschluss von Netzbetreibern und Herstellern - mit der Meldung, dass man die Testphasen TD-LTE (LTE TDD) Proof of Concept (PoC) Milestone 3 und Milestone 4 erfolgreich abgeschlossen und die gesteckten Ziele erreicht habe. Es ging darum, zu demonstrieren, dass die grundlegende LTE/SAE-Funktionalität und -Performance auch mit einer Prototypausstattung erreichbar sind, die noch nicht dem Standard entspricht. TDD (Time Division Duplex) ist die Anwendung bei dem Sende- und Empfangssignale getrennt werden. Bei den Tests zeigte sich, dass unter realistischen Bedingungen mit MIMO (Multiple Input Multiple Output) - in der Regel mit mehreren Antennen realisiert - im Freien Datenraten von über 40 Mbit/s zu erreichen sind, Eingesetzt wurden dabei Konfigurationen mit 22-Antennen. Gleichzeitig konnte auch festgestellt werden, dass TD-LTE Geschwindigkeiten bis zu 350 km/h unterstützen kann und unter guten Sendebedingungen sogar schon 500 km/h erreicht werden konnten.
    Anfang Oktober stellte dann Samsung mit dem Kalmia das weltweit erste LTE-Modem vor, das auch 3GPP Release 8 entspricht. Für den Download geben die Koreaner maximal 100 Mbit/s und für den Upload bis zu 50 Mbit/s an. Das Kalmia ist rückwärts kompatibel und kann auch für HSPA (HSDPA & HSUPA) eingesetzt werden. Kurz darauf wurde das neue Endgerät bereits im Stockholmer LTE-Netz von Ericsson getestet. Der Erfolg war gross genug, um einen nicht offiziell genannten skandinavischen Netzbetreiber (TeliaSonera ist wohl kein Fehltipp!) bereits eine Bestellung für das Modem abgeben zu lassen. Damit sollen erste Anwender Jahr 2010 das noch schnellere mobile High-Speed-Breitband nutzen können.
    Ende Oktober begann dann Nokia Siemens Networks (NSN) LTE Interoperabilitätstest mit vier Endgeräteherstellern mit verschiedenen Frequenzbändern in verschiedenen Regionen der USA. Dass die Basisstationen und die Software von NSN kommen, ist klar. Weniger klar machte man, von wem die genutzten Endgeräte stammen. Kurz darauf konnte man erfolgreiche erste LTE Handovers (Übergabe von einer Basisstation zur nächsten bei bewegtem Endgerät) in einer dem Standard entsprechenden Umgebung melden.
    Auch Meldungen über Bestellungen beginnen nun hereinzukommen, das heisst, die Netzbetreiber beginnen in LTE zu investieren und wie bei UMTS und später HSPA bedeutet das, dass die Technologie auf jeden Fall kommt und Alternativen kaum mehr eine Chance haben.
    Hutchison 3G Austria bestellte bei Nokia Siemens Networks eine Verstärkung der Richtfunkverbindungen, um die damit die viel grösseren Datenmengen auch zu und von den Basisstationen zu bringen.
    KDDI (Japan) bestellte bei NEC Basisstationen für LTE. Bis 2014 will KDDI damit 96,5 Prozent von Japan mit LTE in den Bändern 800 MHz und 1,5 GHz versorgen. Ebenfalls bei NEC hat die spanische Telefónica einen Pilotversuch für LTE bestellt. Laut Dr. Shahram Niri, bei NEC Europa Direktor für LTE/SAE Strategie & Lösungen, könnte man auf Geschwindigkeiten von bis zu 340 Mbit/s kommen. Zur ITU Telecom World 2009 errichtete Motorola für China Mobile in Genf 2,6 GHz TD-LTE (Time Division Duplex Long-Term Evolution) Netz. Besucher konnten in einem LTE-Kleinbus durch die Strassen fahren oder sich am Stand von China Mobile Downloads mit 100 Mbit/s ansehen. Die Produkte von Motorola beruhen auf OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing). Zuvor hatte Motorola schon in Barcelona eine 2,6 GHz FDD-LTE Tour und in Las Vegas eine 700 MHz FDD-LTE Demonstration vorgeführt. Auch in Grossbritannien hat Motorola zu Jahresbeginn 2009 ein 2,6 GHz LTE-Testnetz errichtet und zwar im eigenen Testlabor im englischen Swindon. Die Besonderheit ist, dass man dort auch bereits den Prototyp eines LTE Gerätes nutzen kann.
    In Norwegen hat Telenor Huawei und Starent Networks damit beauftragt, das komplette Kernnetz neu aufzubauen und nicht nur für 2G und 3G/UMTS sondern auch für 4G/LTE anzupassen. Laut TelenorCEO Ragnar Kårhus ist das die grösste Aufrüstung des Netzes bisher.
    Der LTE-Zug fährt also und wird wohl auch kaum mehr stoppen.

Links
http://business.motorola.com/
http://connectivityscorecard.org/
http://www.au.kddi.com/english/
http://www.chinamobile.com/
http://www.drei.at/
http://www.ericsson.com/
http://www.lstiforum.com/
http://www.motorola.com/
http://www.nec.com/
http://www.ngmn.org/
http://www.nokiasiemensnetworks.com/
http://www.samsung.com/
http://www.starentnetworks.com/
http://www.telefonica.es/




MOBILE TIMES Home Letzte Überarbeitung: Freitag, 20. November 2009
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